Die nächsten zwei Monate sind für unsere Branche von entscheidender Bedeutung. Am 24. September ist Bundestagswahl. Sowohl im Wahlkampf als auch bei den anschließenden Koalitionsverhandlungen werden die Weichen gestellt – auch für unsere Branche.

Wir haben ein paar ganz klare Themen und Forderungen formuliert, die dazu beitragen sollen, dass sich die Rahmenbedingungen in unserer Branche verbessern. Die Reform des Arbeitszeitgesetzes und die Einführung einer Wochenarbeitszeit stehen für uns ganz

oben auf der Agenda. Die bisherigen Signale zu diesem Thema sind durchaus positiv, denn zum einen hat die Politik erkannt, dass es in der Tat Branchen gibt, in denen eine allzu starre Regelung ein Hindernis ist, zum anderen lässt sich eine solche Änderung auch ohne Kosten für die Staatskasse umsetzen – zwei optimale Voraussetzungen für Veränderung. Dranbleiben müssen wir aber auch an den Themen faire Wettbewerbsbedingungen – sowohl im Hinblick auf gleiche Rahmenbedingungen für neue Mitbewerber aus der sogenannten Sharing Economy als auch im Hinblick auf die steuerliche Gleichbehandlung von Speisen. Und es geht uns um unternehmerische Freiheit, um Gestaltungsmöglichkeiten und gegen einen Generalverdacht, unter den unsere Branche manchmal leider gestellt wird. Aber es geht gerade im Hinblick auf das Arbeitszeitgesetz auch um die Wünsche unserer Mitarbeiter. Um diese Themen bei der Politik in den nächsten Wochen zu platzieren, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Und die Voraussetzungen dafür sind doch optimal: Wo übernachten denn Politiker, wo halten sie ihre Wahlkampfveranstaltungen ab? Richtig, in unseren Betrieben. Wo wird aber auch die Politik gemacht? Richtig, an unseren Stammtischen und Theken, in unseren Biergärten. Hier präsent zu sein und die eigene Meinung zu servieren – gerne auch garniert mit Beispielen aus dem betrieblichen Alltag – ist unser aller Aufgabe.

Lassen sie uns jetzt die Interessen unserer Branche gemeinsam offensiv vertreten. Das Gastgewerbe ist eine Leitökonomie und als solche muss sie auch behandelt werden. Und wie wichtig das Gastgewerbe ist, müssen Politiker, aber auch Wähler, immer wieder spüren.