Hört man aktuell den Politikern aufmerksam zu, vernimmt man – zumindest von den meisten Parteien – immer wieder Verständnis für die Forderungen der Branche. „Wir haben verstanden“, könnte man in Anlehnung an die Aussagen der etablierten Parteien nach der Bundestagswahl wohl sagen. Die Politik hat verstanden, dass man sich die kleinen und mittelständischen Unternehmer in diesem Land nicht zu Gegnern machen sollte. Sie hat verstanden, dass es für einige ums Überleben geht und dass nur mit Erleichterungen und Verbesserungen, mit weniger Bürokratie und mehr unternehmerischer Freiheit eine erfolgreiche Zukunft für den Mittelstand als Leistungsmotor der Wirtschaft möglich ist.

Allein das Verständnis reicht an dieser Stelle nicht aus. Es müssen Taten folgen. Die Politik muss sich – und die anstehenden Koalitionsverhandlungen sind ja ein guter Zeitpunkt – endlich dazu durchringen, deutliche Entscheidungen zu treffen. Es darf nicht mehr länger an Kleinigkeiten „herumgedoktert“ werden, es dürfen gute und sinnvolle Gesetze nicht wieder durch zu langes Überlegen, Zaudern und Zögern so verwässert werden, dass es am Ende heißt: Gut gemeint, aber schlecht gemacht. Das Gastgewerbe braucht jetzt klare Signale.

Der Weg dahin ist noch lang und steinig. Deshalb dürfen wir alle jetzt nicht aufhören, sondern müssen weiterhin geschlossen als Branche auftreten und keine Gelegenheit auslassen, die Politiker aller Parteien auf die Themen unserer Branche hinzuweisen. Nur so kann aus den Forderungen eine Bewegung werden, nur so können die, die vermeintlich verstanden haben, auch zum Handeln bewegt werden. Der Verband kann bei dieser Bewegung immer nur an der Spitze stehen. Das ist sicherlich gut so. Noch viel besser aber ist es, wenn die Politiker authentische Erfahrungen auch aus der Praxis bekommen. Die Probleme, die der Wirt um die Ecke hat, sind authentischer und eindrucksvoller als eine Pressemitteilung des Verbandes – und beides zusammen führt zum Erfolg.

Dabei dürfen wir nicht vergessen: In weniger als einem Jahr wird schon wieder gewählt. Die Landespolitik hat dabei auf die Themen unserer Branche mindestens den gleichen Einfluss wie die Bundespolitik. Und wir wissen ja alle: Vor Wahlen hören Politiker immer ganz besonders gut zu.

Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen – geschlossen und entschlossen. Zum Wohl unserer Branche und all der kreativen und engagierten Unternehmer.