„Wer Neues macht, macht Fehler. Wer Fehler zweimal macht ist dumm.“ Dieses ist ein altes, aber immer wieder richtiges japanisches Sprichwort. Fehler darf man ja durchaus machen. Es ist nur wichtig, dass man daraus lernt, die richtigen Konsequenzen zieht und – vor allem – alles daran setzt, die Fehler künftig zu vermeiden.

Heute wissen wir: Die Hotellerie hat vor vielen Jahren einen Fehler gemacht, der die meisten Hoteliers aktuell viel Geld kostet: Sie hat den Vertrieb den Hotelportalen im Internet überlassen. HRS, Booking und Co. sind für viele zu selbstverständlichen Partnern geworden. Partner aber, die viel Geld kosten, denn die Provisionen wurden immer wieder erhöht, immer mehr Forderungen hinsichtlich Bestpreis-Garantie oder Last-Room-Avaibility wurden gestellt. Sicherlich, durch die Urteile der letzten Monate haben die Hoteliers hier wieder etwas an Boden gewonnen. Doch noch immer kommen viel zu viele Buchungen über die Portale und kosten den Hotelier jede Menge Provisionen.

Mit „Direkt buchen“ hat der europäische Verband HOTREC jetzt eine Kampagne gestartet, die die Gäste wieder dazu bringen soll, direkt im Hotel zu buchen. Wichtig dabei: Wir müssen den Gästen dort beste Konditionen und einfachstes Handling bei der Reservierung auf allen Kanälen bieten. Denn das sind sie von den Portalen gewöhnt. „Direkt buchen“ ist für die Zukunft der Hotellerie ein ganz wichtiges Element, um die Hoheit über den eigenen Vertrieb wieder zurückzugewinnen.

Im Moment sind wir in der Gastronomie dabei, in die gleiche Falle zu laufen. Wie die Pilze schießen vor allem in den Ballungsräumen Lieferdienste aus dem Boden, die – weit weg von allen Pizzalieferdiensten, die es schon seit Jahren gibt – der Gastronomie die vermeintliche Erschließung neuer Kundenkreise versprechen. Versprochen wird wieder ein einfaches Geschäft: Der Lieferdienst holt das Essen ab und bringt es zum Gast. Klingt vielversprechend, ist es aber nur auf den ersten Blick. Denn diese Unternehmen sind auf Gewinn ausgerichtet und verlangen schon jetzt üppige Provisionen von den Restaurants für ihre Dienstleistung. Und es ist doch absehbar, dass diese Provisionen, sind die Lieferdienste erst einmal etabliert, weiter steigen werden.

Deshalb: Aufgepasst! Wir dürfen nicht den gleichen Fehler, der in der Hotellerie gemacht wurde, auch in der Gastronomie zulassen. Wir dürfen uns nicht noch einmal den Vertrieb aus der Hand nehmen und uns unsere Kalkulation zerstören lassen. Wer unbedingt mit den Lieferdiensten zusammenarbeiten will, sollte dies mit Vorsicht und Weitblick tun.